Schlagwort: Bloggen

067// 10 Gründe, warum es mir scheißegal ist, dass ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werden

1. Ich mag mein Blog und ich mag die meisten meiner Texte.
2. Ich seh’ nach nix aus. Stimmt, aber: „Ey, Alter guck dich doch ma’ an!“ 😉 – will meinen: So sieht eine multimorbide Ü40er-Else nunmal aus.
3. Mit meinen 30 wordpress-Blogger-Kollegen, die mir folgen und den E-Mail-Followern (Überschneidungen möglich) sind es etwa 60 Personen, die ich mit meinen Texten erreiche. 60!!! Für mich persönlich eine ungeheure Zahl!!! Das ist eine Steigerung von 2000% von Monat 1 mit 3 Personen zu Monat 9. Noch Fragen? 😉
4. My Blog is‘ my castle. Hier bin ich der Chef. Das ist eine schöne, neue Erfahrung. Hier kann ich einfach machen, was ich will und verantworte die Konsequenzen alleine. Streiche aber auch das eintrudelnde Lob alleine ein … Das war in der Vergangenheit selten der Fall und somit dringend Zeit, das sehr grundlegend zu ändern.
5. Irgendwann veröffentliche ich ein Buch (*träum*). Dann wird dieser virtuelle Ort ein Ort der Begegnung und romantisch verklärten Wehmut sein. Ein Ort, an dem ich einfach jederzeit Worte und Buchstaben ändern kann, wie es mir beliebt. Ein schöner Ort für Ergänzungen, Erläuterungen und aktuelle Entwicklungen …
6. Mir ist das wurscht, was die meisten sagen, mir kommt‘s nur auf einige wenige Menschen an, und ob die hier alle mitlesen … ?
7. Wo steht, dass man ein followertechnisch erfolgreiches Blog haben muss, um glücklich zu sein? Die meisten Menschen auf der Welt haben nicht mal eins!
8. Datenschutz? Schräge Blicke? Anfeindungen? Andere Schreiberlinge haben auch Familien und schreiben „schlimme Sachen“, die den Otto-Normal-Leser verstören.
9. Die Sachen, die ich erlebe, sind es einfach wert, festgehalten zu werden. Ob aus Amüsemeng-Gründen oder der Empörung wegen: Alles ist Leben und allein deshalb will ich, dass mein Leben auch Spuren hinterlässt, wo ich nicht selbst zugegen war.
10. Wer sagt, dass ich künftig keine Kochrezepte, Schminktipps, Workouts, Sexbeichten oder Verschwörungstheorien veröffentliche? 😉

 

Erwarte nix, rechne mit allem …

 

066 // 10 Gründe, warum ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde

In den letzten Monaten habe ich viel gelernt. Über mich, über verschiedene Weltanschauungen, über Menschen, über Systeme, über Medien und über das Bloggen.

Warum ich jetzt der Meinung bin, dass ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde:

1. Ich folge meinerseits nur Blogs, die mich wirklich interessieren. Ich folge nicht Hinz und Kunz, damit sie mir auch folgen. Das wird auch so bleiben.
2. Ich bin nicht gut im Selfmarketing.
3. Ich bin 44 und seh‘ nach nix aus.
4. Hier gibt‘s keine Kochrezepte, Schminktipps, Workouts, Sexbeichten oder Verschwörungstheorien.
5. Meine Texte schreibe ich in erster Linie für mich und freue mich, wenn sie jemandem gefallen, helfen oder ihn zumindest kurz unterhalten.
6. Ich habe nicht viele Freunde (real und virtuell), die als Multiplikatoren mein Blog hypen könnten.
7. Ich bin zu krank, um alles, über das ich gerne schreiben würde, umsetzen zu können. Die meiste beschwerdearme Zeit muss ich dem „Siechtumsmanagement“ widmen (Arzttermine ergattern, wahrnehmen oder hinauszögern, Therapietermime ergattern, wahrnehmen oder nachholen, Physio-Rezepte jagen, Korrespondenz mit Sozialgericht, Rentenamt, Krankenkasse usw.)
8. Es dauert alles 20 Mal länger als bei Gesunden.
9. Einige meiner inneren Anteile machen sich Sorgen. Zum Beispiel um den Datenschutz, meine Zukunft, die Familie und und und … *haarerauf*, so dass ich nicht alles aufschreibe, was ich aufschreiben könnte, obwohl es gut wäre … grrrr
10. Ich mache mir zu viele Gedanken … zum Beispiel darüber, warum ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde … 😀

 

Warum ich trotzdem weitermache?
Erzähl‘ ich das nächste Mal … 😉

 

 

 

 

046 // Bootcamp „Konfliktangst-Bewältigung“

Die „Moderatorin“ einer großen Online-Migräne-Patienten-Community löscht einen von mir eingestellten Link auf mein Blog, den ich Forenregelkonform dort im Vorstellungsthread eingestellt hatte. Das ist ihr gutes Recht und für mich kein Problem. Im Verlauf der kurzen Unterhaltung äußern sie und ein anderer Forenteilnehmer (offenbar mit der Moderatöse bekannt) sich dann etwas abwertend und wenig sachlich über meinen Beitrag und mich persönlich.

Für mich reichte das, um mal wieder eine Extra-Runde im Selbstzweifelkarussel zu drehen und mich zu fragen, was ich jetzt wieder falsch gemacht habe, dass die so garstig zu mir sind.

Zwar habe ich Theorien, aber die würden weniger über mich sagen, als über diese Menschen und hier soll es ja um mich gehen.

Was ist passiert?

Neben einer kurzen Beschreibung  meiner Krankheiten habe ich einen Link auf mein Blog (= meine persönliche Geschichte) im Thread „Mein persönlicher Schmerzverlauf“ gesetzt.

Mit dem Hinweis, dass dort auch ein etwas kritischerer Bericht zur Schmerzklinik enthalten ist. Darum geht es in diesem Forum, dachte ich. Vorher hatte ich aufmerksam die Forenregeln studiert, in denen stand, das Forum diene u.a. zum Austausch von Links.

Da ich hin und wieder dort mitgelesen hatte, wurde ich auf einen Thread von einer Frau aufmerksam, die (ebenso wie ich damals) mit vielen Fragen und dem Gedanken „Kiel ist meine letzte Hoffnung“ ganz verzweifelt auf ihre Aufnahme dort wartet.

Da ich froh gewesen wäre, wenn man damals meine Hoffnungen nicht so immens hochgeschraubt hätte und jemand authentisch und differenziert über den Aufenthalt dort berichtet hätte, dann wäre mir eine mittlere Enttäuschung erspart geblieben und ich hätte schon vor Ort anders reagieren können, dachte ich.

In der Community-Netiquette steht: „Diese Migräne- und Kopfschmerz-Community mit Gruppenforen wurde eingerichtet, damit Du mit anderen Interessierten Deine Meinungen und Erfahrungen austauschen kannst. Dies soll eine Plattform zur freien und auch kritischen Diskussion sein – in einem offenen, friedlichen und freundlichen Gesprächsklima. Bitte unterstütze dieses Ziel: Diskutiere fair und sachlich – auch wenn es zu unterschiedlichen Meinungen kommen sollte.“ [Quelle: www.headbook.me]

Ich weiß nicht, was andere da lesen, aber für mich steht da: Meinungen und Erfahrungen, sowie freie (auch kritische) Diskussion erwünscht, sofern friedlich und freundlich. Da hab‘ ich mir nichts vorzuwerfen.  Aber: Soll ich da meine kompletten Texte reinkopieren? Albern. Also der Link.

Das war offenbar falsches, mindestens aber unerwünschtes Verhalten.

Man löscht also diesen Link und schreibt, dass die Forenregeln nach meinem Post jetzt angepasst worden wären. Die seien noch alt gewesen. Jetzt sei das unmissverständlich klar, dass keine Blogs o.ä. verlinkt werden dürfen.

Ok, konnte ich ja nicht wissen.

Vielleicht hätte man das mit der Netiquette auch anpassen sollen, die hat sich zwischenzeitlich wohl auch geändert …

Ich fühle mich im Folgenden jedenfalls vollkommen unangemessen und ungerechtfertigt persönlich angegangen. Ich will weder etwas verkaufen, noch Werbung für obskure Heilmethoden machen. Nur meine Geschichte erzählen.

Sinngemäß hieß es dann „glaubst du, dass man auf Deiner Seite mehr findet als auf unserer?“

Äh, … nein ?! … darum geht es doch gar nicht … ?! Was soll denn DER Scheiß?!

Das hätte ich mal so antworten sollen, aber ich dachte immer noch, is‘ doch alles easy, lösch‘ halt, was weg soll und gut is‘.

Aber, nein, es geht weiter.

Den vollständigen Austausch findet Ihr hier … 

Für den kleinen Ballon, den andere da für mich aufgeblasen haben, müsste ich mich aus PR-Sicht ja eigentlich bedanken (ohne Ende Klicks hier im Blog). Aber die Dankbarkeit überwiegt noch nicht – kommt noch. 😉

Momentan geben sich noch Schreck, Unverständnis und Angst die mentale Klinke in die Hand.

Schreck vor der grundlos überheblich, abwertenden, subtil-aggressiven Grundhaltung mir gegenüber. Unverständnis, ob der Gesamtentwicklung. Angst vor meinen daraus entstandenen inneren Vorgängen und Körpersensationen.

Klar, mit Kritik (auch und vor allem unsachlicher) muss man rechnen, wenn man seine Rübe derart aus’m Fenster hält wie ich hier. Da sind andere schon für weniger als Sau durch’s Dorf getrieben worden. Letztendlich ist es ja auch genau das, was ich brauche und suche, um mit meinen Konfliktängsten und Selbstzweifeln irgendwann besser umgehen zu können. Das sind die Geister, die ich rief.

In diesem Fall trifft es mich nur völlig unvermittelt, weil nicht beabsichtigt und zu spät erkannt.

Willkommen in meinem selbst errichteten Bootcamp der Konfliktangst- und Selbstzweifel-Bewältigung.

Die bisherigen Trainingseinheiten: Eine Panikattacke, mehrere Stunden Herzinfarktangst, zwei Tage Migräne, dick verheulte Augen und das quälende überhebliche Gefühl der Besserwisserei, das in mir aufsteigt, wenn ich sehe, wie PR-taktischer Dilettantismus und mangelnder Anstand guten Grundideen und dem Ansehen des eigenen Stalls schaden.

Ich kann gar nicht fassen, wie unprofessionell man sich im Grunde dort verhalten hat. Immerhin gehört das Forum einer international anerkannten medizinischen Institution. Dass die einfachsten Regeln im Umgang mit unerwünschten Postings nicht befolgt werden, erschüttert mich ehrlich gesagt.

Daran, wie nichtig der Anlass für MEINE Aufregung ist, kann man sehen, wie verzwickt die Sache mit den inneren Vorgängen bei Menschen wie mir sein kann. Was für die meisten „Normalen“ nicht einen Gedanken wert wäre, kann Menschen wie mich in den Ausnahmezustand katapultieren.

Jetzt, wo das überstanden ist, macht sich zwar das gute, friedliche Gefühl, alles richtig gemacht zu haben (und dabei nicht gestorben zu sein) breit, aber ob es in Form und Ausmaß notwendig gewesen ist, mir das selbst anzutun? Zumindest fraglich.

Ein Teil von mir ist richtig stinkig auf mich und schimpft fortwährend: Toll, ganz toll hast Du das gemacht. Hätte man nicht ahnen können, was?! Dusselige Kuh!

Fury ist auch eingeschnappt. Lässt sich nach seinem letzten Anfall nicht mehr am Gatter sehen. Hat wohl einfach keinen Bock, sich von mir ärgern zu lassen. Ich brauche drei Tage, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen.

Nicht zuletzt wegen des Zuspruchs einiger Leser, die mich kontaktiert haben, um mir ihre ganz ähnlichen Erfahrungen mit dem Forum zu schildern, kam ich mit den kurzzeitig aufflammenden Selbstzweifeln klar und konnte den Impuls, mein gesamtes Blog zu löschen, unterdrücken. Danke Euch!!!

Die Runde im Bootcamp hat mich ganz schön Energie gekostet. Aber es hat sich gelohnt. Nächstes Mal bin ich besser vorbereitet …

 

045 // Mein Blog

Von der ersten Rentenzahlung kaufe ich mir ein kleines Ultraleicht-Notebook, ein Seitenschläferkissen und meine WordPress-Seite. Jetzt kann ich auch im Liegen schreiben und die eingesprochenen und bereits fertigen Texte, relativ gut nachbearbeiten.

Dann geht es los: Mein Blog wird geboren – noch zeitversetzt, aber die Synchronizität ist greifbar nah. 🙂

Erst quäle ich mich rum mit diesem Entschluss, bekomme aber das Gefühl des Richtigseins nicht aus dem Kopf. Die Dinge müssen raus, ich muss sichtbar werden, so wie ich bin. Bisher habe ich (außer auf meinem facebook-Profil) es immer vermieden, mein Gesicht irgendwo im Internet zu verbreiten. Ich bin nicht wichtig, habe ich gelernt. Bedeutungslos, unerwünscht und ohne Relevanz.

Damit ist jetzt Schluss. Jetzt bekommen andere innere Anteile ihre Chance.

Ich will das. Ich brauch‘ das. Es müssen Punkte hinter so viele Geschichten gemacht werden. Auf dem Bildschirm und im realen Leben.

Es gibt für mich keinen leichten, versteckten Weg – das hab‘ ich schon gelernt.

Ich habe einige doofe Krankheiten, die mich mittlerweile zum Behinderten gemacht haben, aber es gibt mehr als die Angst, die Panik, die Verzweiflung und die Schmerzen. Das will ich sagen und zeigen. Ich bin ein Mensch wie alle anderen. Es gibt keinen objektiv plausiblen Grund, warum ich mich nicht zeigen sollte.

Ich bin es auch einfach leid, mich zu verstecken, ich bin es leid, nach innen zu leiden.

Wenn ich irgendwann wieder in Balance kommen will, muss ich jetzt erst mal ein Stück „nach außen leiden“, ob mir das gefällt oder nicht – ob das anderen gefällt oder nicht.

Über mich (mit einem Riesen-Foto dazu) schreibe ich schließlich:

BÄM! [wegen des Fotos :-)]

So klein, unbedeutsam und schwach wie ich mich meistens fühle, so großkopfert, wichtig und hilfreich muten manche meiner Ideen an. Das hab‘ ich eingesehen, integriert und jetzt blogge ich.

Ich befolge damit sogar einen ärztlichen Rat. OK, er hat von Buch gesprochen, aber Blog is‘ ok, oder Doktor F.? 😉

Ich weiß, dass das alles andere als schön für mich wird. Ich werde mich über mein Arbeitstempo, meine Orthografie, meinen Output und die schreckliche Angst vor Konflikt und Kontrollverlust ärgern. Geht schon los … aber das ist ok.

Trotz allem habe ich das Gefühl (immerhin hab‘ ich mittlerweile sowas), dass dies der einzige Weg für mich ist, den ich noch eigenständig gehen kann. Den ich gehen WILL! Obwohl etwas in mir mich permanent anschreit: „Bist du noch zu retten? Was geht das die Leute an? Was glaubst du, wer du bist? Die werden wohl alle grad auf dich gewartet haben. Deinen Kram interessiert doch niemanden. Guck, mal, jetzt macht’se auf Blogger … usw. usf.“

Nein, auf mich wartet keiner und interessieren tut sich auch keiner. Jedenfalls keiner, von denen ich das erwartet hätte. Wie weit mein Schicksal anderen am Arsch vorbei geht, weiß ich jetzt. Und das ist gut so. Ich lerne.

Was ich bereits gelernt habe, ist, dass ich mich nicht darüber beschweren darf, dass mich niemand sieht, wenn ich mich nicht zeige. Also bitte sehr. Hier bin ich: myyzilla – die winzigkleine Königin der riesengroßen Monster.

„myy“: gesprochen mü= (µ) = winzig klein + „zilla“ von Godzilla = König(in) der MonsterMein Alter-Ego mit dem schönen Namen erblickte fast unbemerkt zwischen Befundkopien für’s Versorgungsamt und diversen Krankenkassen-Formularen irgendwann im Frühjahr des Jahres 2016 das Licht der Welt, als ich grade knapp eine ambulante ganztägige Reha überlebt hatte. „Überlebt“ ist natürlich maßlos übertrieben. Meine Krankheiten sind alle nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Sie fühlen sich nur so an.

Zu diesem Zeitpunkt entwickelte ich also eine Ahnung davon, dass das größtenteils unfreiwillig angesammelte Wissen über Krankheiten, Sozialversicherungs- und arbeitsrechtliche Schmankerln und unser Gesundheitssystem irgendwann mal raus will. Raus muss.

Jetzt ist es soweit.

Engage!

(bitte jetzt die typische Gestik und entschlossenen Gesichtsausdruck von Captain Jean-Luc Picard vom Raumschiff Enterprise in StarTrek vorstellen. Für alle „nicht-Trekkies“ gibt es hier ein Video… )

myyzilla

 

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